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LANDWIRTSCHAFTSSCHULE SAN IGNACIO DE VELASCO

JusticeF unterstütz die Styler Missionare beim Aufbau einer Bienenzucht in Bolivien

Bolivien gehört immer noch zu den Schlusslichtern der Länder Lateinamerikas, was Wachstum und Entwicklung angeht. Die Einwohnerzahl hat inzwischen die 10 Millionengrenze überschritten: etwa 55% sind Indigene, 45% Mestizen und Weiße (Criollos); Die verfassungsmäßige Hauptstadt ist Sucre (ca. 300.000 Einwohner). Der Regierungssitz ist La Paz (1 Million Einwohner)
Die Regierung von Präsident Evo Morales versucht seit Jahren mit einer umfassenden Bildungsreform den Analphabetismus zu bekämpfen und der Benachteiligung der indigenen Bevölkerung entgegen zu wirken. Nach wie vor bricht jedoch ein Grossteil der Schüler und Studenten ihre Ausbildung vor Erreichung des Abiturs oder des Universitätsabschlusses ab.

Bienen2Die Steyler Missionare arbeiten seit 33 Jahren im Land und sind sowohl in den vier großen Städten La Paz, El Alto, Cochabamba und Santa Cruz als auch im Landesinnern wie Laja (Hochland), Coripata (Yungas), sowie San Miguel bzw. San Ignacio (Tiefland) und in Santa Rosa de Roca vertreten. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist seit Jahren die Ausbildung und Erziehungsprogramme für die Menschen, vor allem am Stadtrand und auf dem Land.



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Ein Beispiel: Die Gemeinde “Maria Asunta” liegt am Stadtrand von San Ignacio de Velasco: zu ihr gehören 4 Stadtteile und 12 Dörfer. Die Jugendlichen auf dem Dorf beenden oft ihre Schulausbildung nach der 4. oder 5. Grundschulklasse. Nur etwa ein Drittel hat die Möglichkeit das weiterführende Gymnasium der Stadt zu besuchen. Oft fehlt es an der Unterkunft, am Geld den Sohn oder die Tochter in der Stadt zu versorgen oder am Schulmaterial.
Die Styler Missionare haben 2011 ein kleines Internat für Mädchen gebaut, in dem nun für 25 Mädchen leben. Außerdem konnten sie 2012 ein Haus kaufen, das seit 2014 für 20 Jungen als Wohnheim zur Verfügung steht.

Die Unterhaltskosten für zwei Internate sind hoch und auf die Dauer suchen die Styler nach Möglichkeiten, beide Projekte und weitere Sozialprojekte direkt mit Mitteln vor Ort zu finanzieren. Daher haben sie sich entschlossen, Land zu kaufen und eine Modellfarm einzurichten. Durch diese Maßnahme wollen sie „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“: Erstens sollen auf dem Land Rinder gehalten und Kaffee angebaut werden, womit in fünf bis sechs Jahren ein Großteil der laufenden Kosten der Internate finanziert werden könnte. Und zum Zweiten bietet die Modellfarm die Möglichkeit, für die Nachbarn und Jugendlichen in den Internaten einen Raum zu schaffen, wo sie selbst „vor Ort“ mitarbeiten können und sehen, wie innovative Ideen (Wiederaufforstung – alternative ökologische Anbaumethoden, Obstplantage, Kaffee,...) auch für ihre eigene kleine Landwirtschaft verwendbar sind.

So haben die Steyler Misionare Ende 2014 mit Hilfe von JusticeF eine kleine Bienenzucht begonnen, die inzwischen aus sechs Bienenvölkern besteht. Die interessierten Jugendlichen der Internate lernen den Umgang mit den Bienen und können ab Dezember 2015 auch zu Hause das Gerlernte umsetzen: Wir unterstützen die interessierten Familien mit der nötigen Grundaustattung. Der erste Honig wurde bereits „geerntet“ und ist für den Eigenbedarf. Sobald die Völker anwachsen und mehr Honig herstellen (ab Oktober), können die jungen Imker einen Teil verkaufen und so einen kleinen Beitrag zu den Unterhaltskosten (vor allem Lebensmittel) der Internate leisten.

Wenn Sie uns weiterhin mit Materialien unterstuetzen koennen, wollen wir das Wissen und die Grundaustattung an die Familien der Jugendlichen weitergeben.